Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg

Die Schweiz sah sich während des Zweiten Weltkriegs in einer besonderen Situation: Sie war ab 1941 umringt von den Achsenmächte Deutschland und Italien respektive vom besetzten Frankreich. Daraus ergaben sich viele Probleme. Wie konnte sich die Schweiz weiterhin mit Lebensmitteln und Rohstoffen versorgen? Wie konnte sie sich gegen Deutschland politisch und wirtschaftlich verhalten? Welches war die richtige Flüchtlingspolitik? All diese Fragen wurden in letzter Zeit kontrovers diskutiert und in Berichten der Bergier-Kommission erörtert.
Die Schweiz wurde im Zweiten Weltkrieg nie angegriffen. Trotzdem war mit einer Aktion der Deutschen zu rechnen. Deshalb spielte das Konzept der "Geistigen Landesverteidigung" eine wichtige Rolle: Die Schweiz betonte ihre Neutralität, rückte ihre Verteidigungsbereitschaft in das beste Licht und sicherte sich mit Verträgen mit den Achsenmächten aber auch mit den Alliierten ab. Sie hielt enge Beziehungen im Handels- und Bankbereich aufrecht und erfüllte damit wichtige Funktionen für Deutschland. Die offizielle Schweiz schwankte mehrfach zwischen dem Willen zur Verteidigung und einer anpasserischen Haltung gegenüber Deutschland. Das Land konnte sich jedoch bis 1945 aus kriegerischen Handlungen heraushalten.

Blatt Titel Weitere Informationen
01 Die Landesausstellung 1939 in Zürich  
02 Die Schweizer Wirtschaftspolitik  
03 Wirtschaftliche Kooperation mit Deutschland  
04 Wehrbereitschaft und Anpassung Dürrenmatts Sicht
05 Militärpolitik  
06 Flüchtlingspolitik  

Der Zeitstrahl zeigt die wichtigsten Ereignisse aus dem Kapitel. Für Details klicken.

Stoffumfang

Blätter 12.01-12.06
Geschichtsbuch S. 128 (Karte Kriegsverlauf)

Lernziele

  • Die Landesausstellung 1939 in Zürich beschreiben (Ziele, Inhalte, Bedeutung).
  • Den Begriff „Geistige Landesverteidigung“ definieren und erklären.
  • Die Rahmenbedingungen der Schweiz im Zweiten Weltkrieg beurteilen (Nachbarländer, Kriegsverlauf).
  • Die Versorgungsprobleme der Schweiz ab 1940 erklären. Die Massnahmen zur Versorgung erläutern.
  • Die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland einschätzen (Gründe, Art der Zusammenarbeit, Bedeutung). Die Kooperation mit Deutschland kritisch beurteilen.
  • Die Aussen- und Militärpolitik der Schweiz in groben Zügen beschreiben. Die Begriffe „Wehrbereitschaft“ und „Anpassung“ in diesem Zusammenhang erklären.
  • Die „Réduit-Strategie“ beschreiben und kritisch beurteilen.
  • Die wichtigsten Massnahmen zur schweizerischen Flüchtlingspolitik erläutern. Die Gründe für die restriktive Aufnahme von Flüchtlingen erklären und beurteilen (aus der Zeit heraus und im Vergleich mit heutigen Erkenntnissen).
  • Karikaturen zum Thema interpretieren.

Die Links führen auf die enstprechenden Wikipedia- oder andere Lexikonartikel.

Wichtige Begriffe und Ereignisse

- Achsenmächte (Bündnis im 2. Weltkrieg)
- Alliierte (Bündnis im 2. Weltkrieg)
- Anbauschlacht (Plan Wahlen)
- Antisemitismus
- Faschismus
- Holocaust
- Konzentrationslager (KZ)
- Réduitstrategie (2. Weltkrieg)
- Weltkrieg, Zweiter (Kriegsverlauf)

Wichtige Personen

- Etter, Philipp (1891-1977)
- Grüninger, Paul (1891-1972)
- Guisan, Henri (1874-1960)
- Motta, Guiseppe (1871-1940)
- Pilet-Golaz, Marcel (1889-1958)
- Rothmund, Heinrich (1888-1961)
- Steiger, Eduard von (1881-1962)

Hier finden Sie verschiedene externe Links bzw. Tipps zu Literatur und Film zu diesem Kapitel.

Externe Links

Historische Bewältigung des Zweiten Weltkriegs:
-
Unabhängige Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg: Berichte Online (z. B. über Flüchtlinge, Nazigold ...)
- Überblicksartikel Schweiz im Zweiten Weltkrieg
- Literaturlisten zur Geschichte der Schweiz 1933-1945

Diverse Teilaspekte:
-
Biographie des St. Galler Polizeichefs Paul Grüninger, der viele Juden rettete (Stiftung zu seinen Ehren)
- Kurze Zusammenfassung zur Geschichte der Landesausstellungen
- Wikipedia-Artikel zu den Landesausstellungen und zur Geistigen Landesverteidigung
- Artikel zur Geistigen Landesverteidigung aus dem historischen Lexikon
- Schweizer Radiobeiträge aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zum Kriegsgeschehen und zur Aussenpolitik
- Seite der Schweizer Festungsmuseen
- Wikipedia-Artikel zu General Henri Guisan

Schweizer Sicherheitspolitik heute (wichtige Organisationen):
-
Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS); Bundesamt für Polizei (BAP); Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK); Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE); Vereinte Nationen (UNO)

Literatur

Sachbücher:
- das Lehrmittel "Hinschauen und nachfragen" befasst sich ausschliesslich mit der Schweiz im Zweiten Weltkrieg
- im Schweizer Geschichtsbuch 3 findet sich ein ausführliches Kapitel zur Schweiz im Zweiten Weltkrieg (S. 266-297)
- der Schlussbericht der unabhängigen Expertenkommission liefert viele Fakten zur Schweiz während dem Krieg
- Urs Bitterlis Biografie über Jean Rudolf von Salis zeigt das Leben des Journalisten auch während der Kriegszeit

Romane:
- Otto F. Walter beschreibt in seinem Roman "Zeit des Fasans" das Leben eines Schweizer Industriellen, der im Krieg zu den Gewinnern gehört
- im Roman "Melnitz" beschreibt Charles Lewinsky das Leben einer jüdischen Familie von 1871-1945

Filme

Youtube:
- der Dokumentarfilm "Der General" beschreibt das Leben von Henri Guisan (Bezugsquelle)
- im Dokudrama "Closed Country" widmet sich Kaspar Kasics der Flüchtlingsfrage (Bezugsquelle)
- Archiv Schweizer Fernsehen: Bergier-Bericht zur Flüchtlingspolitik, Fluchthelfer Paul Grüninger, Beurteilung der Flüchtlingspolitik, Wochenschau von 1945 blickt zurück auf den Krieg, Mythos Guisan, Weihnachten mit dem General in der Wochenschau 1943, Geheimsache Gotthardfestung, Bergier-Bericht über Goldhandel

Spielfilme:
- "Gilberte de Courgenay" von 1941 erzählt die Geschichte einer Serviertochter, welche für die Soldaten im Ersten Weltkrieg zur Mutter wird (Trailer)
- "Landammann Stauffacher" von 1941 spielt vor der Schlacht von Morgarten und steht ebenfalls im Zeichen der Geistigen Landesverteidigung (Trailer)
- in "Das Boot ist voll" widmet sich Markus Imhoof Flüchtlingen in den 1980ern und nimmt Bezug auf den Zweiten Weltkrieg (Bezugsquelle)